Filofax - Eine Geschichte der Organisation

 

Der Oberst Disney diente zur Zeit des ersten Weltkrieges bei der britischen Armee. Ein Problem verfolgte ihn ständig: Wohin mit den ganzen Notizen und Zetteln? Inspiriert von einem amerikanischen Erfinder, der einen Ringordner mit vorgedruckten Blättern entwickelt hatte, begann Disney auch seine Unterlagen auf diese Weise zu sammeln. Zunächst sammelte er mit dieser Technik nur lose Blätter, später ergänzte er das System um einen Kalender und ein Adressbuch. Das Jahr 1921 gilt heute als das Jahr, in dem der „Filofax“ erfunden wurde.

Noch im gleichen Jahr gründete Disney die Firma „Norman & Hill“ und begann mit der Produktion hochwertiger Ledermappen mit flexiblen Lose‐Blatt‐Einlagen. Zu seinen ersten Kunden gehörten die Armee und die Kirche. Ein Jahr nach Geschäftseröffnung tritt Grace Scurr ihren Dienst als Sekretärin an, sie verlässt das Unternehmen 30 Jahre später als Präsidentin. Ihr ist es zu verdanken, dass die Firma nach einem großen Bombenangriff im zweiten Weltkrieg fortbestehen konnte. Sie hatte alle wichtigen Firmenund Kundendaten in ihrem persönlichen „file of facts“ – ihre Bezeichnung des Filofax notiert, dass sie immer bei sich trug und so dem Angriff entkam.

Nach dem zweiten Weltkrieg steigt Grace Scurr in die Firmenleitung auf und treibt den Produktausbau und den Bekanntheitsgrad gewaltig voran. 1959 stößt David Collischon zu „Norman & Hill“. Begeistert und fasziniert, wie er von dem „file of facts“ – dem „Archiv für alles“ – ist, kauft er 1980 zusammen mit Lesley Collischon die Firma und kreiert aus „file of facts“ den bis heute weltweit bekannten Begriff „Filofax“. Mit dem Besitzer wechselt auch die Firmenphilosophie. Collischon’s Produkte sollen einzigartig, individuell und praktisch sein. Schon bald produziert er den „Filofax“ in den verschiedensten Größen und Farben.

Binnen kürzester Zeit wurde „Filofax“ zum Inbegriff für die perfekte Zeit‐Organisation und die Nummer Eins unter den flexiblen Zeitplanern. Bis in die frühen 90er Jahre belieferte „Filofax“ seine Kunden aus England, dann expandierte der Konzern und gründete Niederlassungen in Deutschland und Frankreich. Heute gibt es Niederlassungen in den meisten wichtigen Industrieländern.